Einschränkungen bei All-Net-Flats und Full Flats

Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht und damit auch massiv geworben wird, All-Net-Flats und Full Flats sind nicht frei von jeglichen Einschränkungen. So paradox der Umstand erscheint, lässt er sich jedoch relativ leicht erklären, zumindest wenn es um Limitierungen bei den enthaltenen Komponenten zur mobilen Internetnutzung geht.

Das Mobilfunknetz ist ein sogenanntes geteiltes Medium. Dies beruht drauf, dass die genutzten Frequenzen in einzelne Funkzellen zerfallen, die nur eine begrenzte Leistung ermöglichen. Je mehr Nutzer sich innerhalb einer solchen Funkzelle befinden, desto geringer ist die Funkkapazität, die jedem einzelnem zur Verfügung steht. Damit es hier nicht zu einseitigen Benachteiligungen und einer hohen Dichte an Funklöchern kommt, reglementieren Mobilfunkanbieter die Kapazität im Vorfeld und stellen dem Nutzer einen festgelegten Leistungsumfang bereit. Dies bezeichnen die Anbieter auch als „Fair Use“-Prinzip.

Datendienste beanspruchen in der Regel mehr Frequenzkapazität als Sprachdienste. Wer also mit dem Handy oder Smartphone über das Mobilfunknetz im Internet surft, belastet die Funkzelle verhältnismäßig stark, vor allem dann, wenn dabei hohe Geschwindigkeiten erreicht werden. So kommt es, dass selbst bei Flatrate Tarifen für das mobile Surfen, wie sie auch in Allnet Flats und Full Flats enthalten sind, Einschränkungen gemacht und Obergrenzen für das mit maximaler Geschwindigkeit nutzbare Datenvolumen gesetzt werden.

Zusätzliche Kosten entstehen in der Regel zwar nicht, dafür wird aber nach Überschreitung des monatlichen Limits bis zum Beginn des neuen Abrechnungsmonats die Internetgeschwindigkeit stark heruntergedrosselt, meist bis auf GPRS Speed von ca. 64 kbit/s.

Während alle buchbaren Allnet Flat Tarife von der Geschwindigkeitsregulierung betroffen sind, gehören Einschränkungen an anderer Stelle zu den weniger häufigen Vorkommnissen und sind, wenn vorhanden, allein der Preispolitik des jeweiligen Anbieters geschuldet. So ist es unter Umständen möglich, dass sich hinter der Bezeichnung SMS-Flat – auch innerhalb eines All-inclusive Tarifs – tatsächlich ein festes monatliches Kontingent an Frei-SMS verbirgt. Dieses ist zwar meist großzügig bemessen (zwischen 1.500 und 3.000 Kurznachrichten pro Monat), schließt Folgekosten jedoch nicht völlig aus.